Als sollte er gleich in die Literatur eingeführt werden, gab ihm die lesehungrige Mutter nach Cyrus Smith aus Jules Vernes «Île mystérieuse» den Namen Ciro und setzte das spanische Wort für Freude hinzu. Und wirklich sollte es nicht lange dauern, bis der am 4.November 1909 im peruanischen Huamachuco geborene Ciro Alegría Bazán als Autor von sich reden machte. Student und Journalist in Lima, gehörte er zu den Begründern der linken APRA-Partei und wanderte ins Gefängnis, als sie 1931 verboten wurde. Nach Chile abgeschoben, begann er zu schreiben und erhielt 1935 für «La serpiente de oro» den chilenischen Schriftstellerpreis. Dem Buch über einen Ingenieur, der das Land der Hochlandindios «kultivieren» und mit seiner Firma «Die goldene Schlange» Gold schürfen will, aber von einer gelben Schlange zu Tode gebissen wird, folgte 1938 der Roman «Los perros hambrientos», der, aus der Tierperspektive erzählt, von Indios handelt, die sich wie die hungrigen Hunde des Titels gegen die Unterdrückung auflehnen. Mit Hilfe von Freunden schrieb Allegría dann bis 1941 «El mundo es ancho y ajeno», die Saga des Indiodorfes Rumi, wo die Menschen in inniger Verbindung mit der Natur ein genügsames Leben führen, bis die Grossgrundbesitzer sie zum Auszug und zur Notwehr zwingen und die Armee ein Blutbad anrichtet. Der ebenso sinnlich anrührende wie anklägerische Roman bekam in New York den Preis für das beste lateinamerikanische Buch und brachte Alegría eine Professur an der Columbia-Universität ein, die er bis 1949 wahrnahm. Als «Taita Rumi» erschien «Die Welt ist gross und fremd» 1945 bei der Schweizer Büchergilde in der Übersetzung von Lina und Alfred Fankhauser und brachte der deutsch-sprachigen Welt erstmals Kunde von diesem nach Vargas Llo-sa wichtigsten Autor seines Landes, der zur Recht als peruanischer Zola gilt. Er war Mitglied des Senats und endlich auch in Peru anerkannt, als er am 17.Februar 1967 in Lima mit 58 Jahren der Krankheit erlag, die er sich im Gefängnis und in den 20 Jahren entbehrungsreichem Exil zugezogen hatte.