«Sie sterben alle aus Liebe, wenn sie sehen, dass ihre Zeit vorüber ist. Mehrere sind sanft, mit hellen Tränen in den Augen, gestorben. Ein Offizier der französischen Marine ist verrückt geworden. Ein Spanier, war wie ein toller Hund. Er wollte beissen und musste erschlagen werden...» Weil Leutnant de Saint-Avit sie betrunken gemacht hat, plaudert die schwarze Sklavin Rosita aus der Schule: dass er und Hauptmann Morhange im Hogg-ar-Gebirge auf nichts weniger als das sagenhafte Atlantis gestossen seien und dass ihnen nun das gleiche Schicksal wie den über 50 Männern blühe, die mumifiziert und nummeriert in stählernen Sarkophagen ruhten: kurze Zeit der Verführungs-kunst der Königin Antinea zu verfallen, um dann aus Liebe zu ihr zu sterben und dem nächsten Liebhaber – und Todeskandidaten –  Platz zu machen. Auch André de Saint-Avit verfällt An-tineas Zauber und lässt sich sogar hinreissen, den zum Rivalen gewordenen Morhange zu täten. Aber dank der Sklavin Tanit-Serga, die ihn aus schwindelnder Höhe abseilt, gelingt es ihm, die Amazonfestung lebend zu verlassen und der Nachwelt Be-richt zu erstatten, was er 1903 mitten in der Sahara erlebt hat.
Als der 33jährige Franzose Pierre Benoît – als Offizierssohn in Algerien aufgewachsen, im 1.Weltkrieg schwer verwundet, dem rechtskonservativen Charles Maurras nahestehend – 1919 den Roman «L’Atlantide» veröffentlichte,  beschuldigte man ihn, ein Plagiat des 1887 publizierten, viel phantastischeren Romans «She» von Sir Henry Rider Haggard (1856-1925) vorgelegt zu haben. Die Schlammschlacht konnte den Erfolg aber nicht bremsen. Der Roman wurde in alle Weltsprachen übersetzt, und in 40 weiteren, ebenso exotischen Romanen stellte der Starjournalist Benoît, seit 1931 Mitglied der Académie fran-çaise, bis zu seinem Tod am 3.März 1962 seine Phantasie und Begabung immer wieder neu unter Beweis. «Atlantis» aber erwies sich nicht zuletzt durch 8 Verfilmungen zwischen 1921 und 1991, darunter 1932 eine durch Georg Wilhelm Papst, als seine originellste Erfindung.