Das Buch hiess «Bestiarium literaricum» und beschrieb auf zoologische Weise «die Tiere des Literarischen Deutschlands». George, Kafka, Musil, Werfel, aber auch Franz Blei selbst, der die Porträts 1920 als Dr. Peregrinus Steinhövel erstmals veröffentlichte. «DER BLEI. Ist ein Süsswasserfisch, der sich geschmeidig in allen frischen Wassern tummelt.(...) Unser Fisch isst sehr mannigfaltig, aber gewählt, weshalb er auch, in Analogie zu jenem Schweine,  der Trüffelfisch genannt wird wegen seiner Fähigkeit, Leckerbissen aufzuspüren.»
Nicht nur was die Domizile betrifft – 1871 in Wien geboren,  studierte er in Zürich Nationalökonomie und gehörte, bevor er 1931 nach Mallorca zog und am 10.Juli 1942  als Nazigegner auf Long Island starb, mit gleicher Präsenz den Literatuszenen von München, Wien und Berlin an –, auch als Publizist tummelte er sich in vielen Gewässern.  Von der «Insel» über «Der Amethyst» und «Hyperion» bis zum «Zwiebelfisch» betrieb oder belieferte Blei, einer der brillantesten Kritiker seiner Zeit,  jede Menge Zeitschriften, galt als Entdecker von Walser und Kafka und überraschte mit Übersetzungen von Barrès,  Gide und Claudel. Nach dem Sturm und Drang als Kommunist wandte er sich 1919 dem Katholizismus zu und gelangte zur Ansicht, das Politische sei «die letzte und böseste Verflachung des Menschen». Die Religion hinderte den erklärten Ehegegner, der brav mit einer bayrischen Zahnärztin verheiratet war,  allerdings nicht am Umgang mit schönen Frauen und erotischen Texten. Wenn er sich langweile, mache er in den Damenboudoirs  «nicht ganz einwandfreie Kunststücke mit Flossen und Schwänzchen», verriet er in «Erzählung eines Lebens», und  die «Lehrbücher der Liebe» von 1930 lassen den wahren Geniesser ahnen. 1907 schon war er in München als Herausgeber des barocken «Lustwäldchens» vor Gericht gestanden. Mit dem  Effekt, dass ihn nach Prozessende 9 der 12 Geschworenen um die Zusendung des Eroticums baten…