Neben «Faust» und «Nibelungenlied» ist es das berühmteste deutsche Buch: «Max und Moritz», 1865 publiziert, millionen-fach nachgedruckt,  281 mal übersetzt und als schwarze Pa-rabel von den zwei Buben, «die, anstatt durch weise Lehren/ Sich zum Guten zu bekehren, / Oftmals noch darüber lachten/ Und sich heimlich lustig machten», nach wie vor das antiautoritäre Skandalon par excellence.
«Nicht für Kinder, für grosse Kindsköpfe», habe er sie geschaf-fen, sagte Wilhelm Busch später selbst von der Bildergeschich-te, die den Comic vorwegnahm und ihm Erfolg in einem Genre brachte, das der produktive, aber erfolglose Maler nie als sein eigentliches sah. Am 15.April 1832 in Wiedensahl geboren, studiert er erst Technik, dann Kunst in Düsseldorf, Antwerpen und München, wo er Lenbach und Kaulbach zu Freunden ge-winnt, aber sich vom Betrieb distanziert. Leidenschaftlicher Im-ker, will er nach Brasilien auswandern, bleibt aber und zeichnet für die «Fliegenden Blätter», schreibt Operettenlibretti  und hält 1862 um die Hand der 17jährigen Anna Richter  an, die ihm ver-weigert wird. Den Erfolg von «Max und Moritz» baut er mit wei-teren Bildergeschichten aus, in denen er  das (ihm verschlos-sene) bürgerliche Liebes- und Familienleben sarkastisch pa-rodiert  («Die fromme Helene», «Knopp»), chaotische Tiere durchs Plüschzeitalter rumoren  lässt («Fipps der Affe», «Plisch und Plum») oder sein Scheitern als Künstler persifliert («Balduin Bählamm, der verhinderte Dichter», «Maler Klecksel»).
Busch, der am 9.Januar 1908 in Mechtshausen starb,  provo-ziert bis heute.  Böll sah  einen «Inhumanen» in ihm, «der sich selbst illustrierte», andere einen Antisemiten. Im Grunde aber war er wohl eine tief tragische Erscheinung. Wie sein «Vogel auf dem Leim», der  den Kater die Krallen wetzen sieht und denkt: «Weil das so ist/Und weil mich doch der Kater frisst,/So will ich keine Zeit verlieren,/Will noch ein wenig quinquillieren/ Und lustig pfeifen wie zuvor.»