«Ich langweile mich», waren seine letzten Worte, als Gabriele d’Annunzio am 1.März 1938 in seiner Fin-de-siècle-Villa am Gardasee 75jährig starb. Ehe Mussolini, nach dem er für Feier-stunden, nicht für die Politik taugte, ihn kaltgestellt hatte, war der wortgewaltige Poet ein Leben lang  der Inbegriff von Deka-denz, hochgestochenem Ästhetentum, selbstverliebtem Hedon-ismus und mediterraner Weltbeglückungsarroganz gewesen. 
Schon der Schüler hatte mit hymnisch-antikisierender Poesie von sich reden gemacht, der Roman «Il Piacere»/«Lust» deckte 1887 auf schonungslose Weise das Dilemma des unersättlichen Liebhabers auf, «Il Fuoco»/«Das Feuer» feierte 1900 die exzentrisch-frivole Beziehung zur Diva Eleonore Duse, während die 1903 –1933 entstandenen «Laudi» das pantheistische  Naturgefühl, die Erotik und den Krieg zelebrierten. 1911 begeisterte er in Paris, wo er auf der Flucht vor den Gläubigern «im Exil» lebte, die Schickeria mit dem französisch geschriebenen  «Martyre de Saint-Sébastien», das einen adonishaften Jüngling in masochistischer Trance sterben lässt und dank der Musik von Debussy und dem Charme der  Tänzerin Ida Rubinstein zur Sensation wurde.
1914 sanierte er die Finanzen mit französischem Bestechungsgeld und machte für den Kriegseintritt Italiens auf alliierter Seite Propaganda. Als es gelang, liess er sich als Flieger mobilisieren und warf über Wien Flugblätter ab. Erbost über den durch den Friedensvertrag «verstümmelten Sieg»,  besetzte er 1919 mit den «Arditi» Fiume und nahm da ein Jahr lang den Faschismus vorweg. Von der Regierung vertrieben, zog er sich an den Gardasee zurück, versuchte aber 1922 nochmals ein Comeback, als er vom König vergeblich den Auftrag zur Regierungsbildung forderte. 1936, als dieser im Abessinien-Krieg «hochgemutes Heldentum» bewiesen hatte, schrieb er dem Duce: «Ich bitte Dich, für Deine Sache zu sterben, die auch die meine ist und die des unüberwindlichen lateinischen Genius.»