«Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet! Seid unbequem, seid Sand,  nicht das Öl im Getriebe der Welt!» Kaum waren am 19.April 1951 im NWDR die letzten Worte von Günter Eichs Hörspiel «Träume» verklungen,  als Intendant und Sender mit Tausenden von beleidigten und erbitterten Anrufen und Briefen bombardiert wurden.
Der  am 1.Feburar 1907 im  Brandenburgischen Lebus geborene Lyriker und Erzähler  hatte sich zwar als einer der ersten schon  1931 dem Hörspiel zugewandt, war aber bis zu seinem 37. Altersjahr derart unpolitisch gewesen, dass er 1933–39 der führende Hörspieltexter von Goebbels’  Reichsrundfunk sein konnte und  noch 1942 mit der Feldpostausgabe seiner Erzählung «Katharina»  die Herzen von Millionen  Landsern höher schlagen liess.
Erst in der Kriegsgefanenschaft besann er sich auf die Verantwortung des Schriftstellers vor der Zeit und wandte sich nun nicht nur, wie im legendären Gedicht «Inventur» von 1948, der Verarbeitung der NS-Verbrechen zu, sondern kritisierte ebenso heftig die Auswüchse des Wirtschaftswunders und den neuen Militarismus, verfiel aber dank seiner genuinen poetischen Begabung und aus der erklärten Absicht heraus, die Welt als Sprache zu sehen,  nie in eine eigentlich politische oder missionarische Schreibweise. Eich, seit 1953 mit Ilse Aichinger verheiratet, war Mitbegründer der Gruppe 47 und der Zeitschriften «Der Ruf» und «Akzente» und galt auch nach 1945 als der erfolgreichste Hörspielautor. Mit den «Maulwürfen», einer Art Prosagedichte, publizierte er 1968 Texte, die in ihrer Resignation und in ihrer anarchischen Haltung als selbstzerstörerisch rezipiert wurden, von deren Radikalität er aber bis zu seinem Tod am 20.Dezember 1972 kein Jota zurücknahm. Sein letzter Wunsch, ein Grab neben dem Anarchisten Bakunin in Bern, blieb unerfüllt, und so wurde seine Asche bei Tüscherz in den Bielersee verstreut.