Sir Robert Walpole stand als englischer Premerminister im Zenit seiner Macht, als ein 29jähriger verbummelter Student und Farcenschreiber zu seinem gefährlichsten Gegner wurde. Henry Fielding hiess er, war am 22.April 1707 als Spross einer Adelsfamilie geboren worden, hatte Eaton besucht, ein Jus-Studium abgebrochen und wurde 1736 mit «Pasquin. Eine Bühnensatire über unsere Zeit» über Nacht berühmt. Abgesehen davon, dass es das gesamte zeitgenössische Theater lächerlich machte, zog das Stück gnadenlos gegen die Korruptions- und Bestechungsmethoden zu Feld, mit denen Walpole sich an der Macht hielt. 60 mal wurde es im Haymarket-Theater gespielt, dann erliess Walpole verschärfte Zensurgesetze und beendete damit Fieldings Theaterkarriere.
Aber kleinkriegen liess der sich nicht. Obwohl weniger direkt als die Dramen, war auch Fieldings erster Roman, «Joseph Andrews» (1742), eine literarische Form des Widerstands gegen Korruption und Heuchelei und eröffnete als glanzvolle Parodie auf Samuel Richardsons bierernsten, politisch korrekten Roman «Pamela» jene Serie von «comic epic-poems in prose», für die Fielding legendär wurde: «Die Lebensgeschichte Mr. Jonathan Wilds des Grossen» (1743), eines historisch verbürgten Gaunerbosses, der in Fieldings Optik nur allzu deutliche Ähnlichkeiten mit dem (inzwischen abgetretenen) Sir Walpole aufwies, «Amelia» (1751), die Geschichte einer ebenso verführerischen wie tugendhaften Frau in schwieriger Zeit, und natürlich «Tom Jones» (1749) , das Meisterwerk, wo die korrupte Welt nur als (allerdings stupend lebendiger!) Hintergrund für das Leben des Titelhelden fungiert, der mit seiner Güte und Integrität am Ende alle beschämt und mit seiner Sophie ein umjubeltes Happyend feiern kann. .Fieldings letztes Werk ist «Voyage to Lisbon», der Bericht über die Reise an den Ort, wo der Schwerkranke, statt Heilung zu finden, am 8.Oktober 1754 erst 47jährig starb.