In einem «Pamphlet contre les catholiques de France»  kündigt 1924 ein gewisser Théophile Delaporte zornig seinen Glauben auf und wirft den Katholiken vor, den Kampf zwischen Gut und Böse und die Realität des Teuflischen in der Welt nicht mehr ernst zu nehmen. Womit der am 28.September 1900 in Paris als Nachfahre amerikanischer Südstaatler geborene Julien Green, denn kein anderer versteckt sich hinter dem Pseudo-nym, erstaunlich präzis umschrieb, wovon sein ab 1926 publi-ziertes umfangreiches Romanwerk und – auf nüchternere Weise – auch sein von 1928 bis zu seinem Tod am 13.August 1998 geführtes «Journal» handeln werden. «Nous sommes tous des expatriés, nous sommes tous des condamnés à mort», heisst es 1984 im «Journal», und für den Homosexuel-len, der 1920 an der Universität von Virginia in der enttäuschten Liebe zu einem Mitstudenten ein Trauma empfing, das als «Lied der Verzweiflung» bis zuletzt für ihn wirksam blieb – auch später, in Paris, als er zwischen «verhindertem Priester» und «tollwütigem Tier» hin und her schwankt und auf der Strasse  täglich sein «Stelldichein mit dem Teufel» hat – ist das Leben eine einzige Flucht vor der inneren Leere. Im Erstling «Mont–Cinère» von 1926 heisst die Ausflucht Brandstiftung, «Adrienne Mesurat» endet 1927 mit Vatermord und Wahnsinn, «Levia-than» 1929 mit Mord und Verstümmelung der Geliebten. In Romanen wie «Minuit» (1936) und «Varouna» (1940) liefert die buddhistische Seelenwanderung einen Ausweg, doch dann findet Green zum Katholizismus zurück, bietet die Kirche dem Wahnhaft-Getriebenen doch «Zuflucht ausserhalb der Zeit». Was auch für das grosse Alterswerk, die Südstaaten-Trilogie «Les pays lointains»/«Les étoiles du Sud»/«Dixie»(1987-1995) gilt, wo der französisch schreibende Amerikaner, der Mitglied der Académie Française war und in Klagenfurt bestattet liegt, sich seiner Vorfahren erinnert und deren von Unruhe ergriffene Seele aller Verzweiflung zum Trotz im Mysterium des leuch-tenden Sternengewölbes Besänftigung finden lässt.