«Nicht Bona-, Malaparte wollte der 1898 in Prato geborene Deutsch-Italiener Kurt Erich Suckert als Autor genannt werden, war für ihn doch die Zeit der zwei Weltkriege jenseits des Guten und Schönen zu einer Epoche geworden, in der alle gegen alle um das blosse Überleben kämpften. «Heutzutage leidet man und lässt man leiden, tötet und stirbt man, vollbringt man wunderbare und entsetzliche Dinge; nicht etwa, um die eigene Seele, sondern um die eigene Haut zu retten», stand 1950 im Roman «La Pelle» zu lesen, mit dem es Curzio Malaparte gelang, den Sensationserfolg von «Kaputt» aus dem Jahre 1945 zu wiederholen.
Erzählt «Kaputt» auf spektakuläre Weise von den Beobachtungen, die der einstige Weltkrieg -I -Soldat, spätere Faschist, Antifaschist und «La Stampa»-Chefredaktor 1941-1943 als Kriegsberichterstatter bei der moralisch korrupten deutschen Wehrmacht in Osteuropa machen konnte, so schildert «Die Haut» den italienischen Befreiungskampf von 1943/ 44, den Malaparte, inzwischen US-Verbindungsoffizier, wie die Apokalypse eines dem Bösen verfallenen Erdteils erlebt hatte . Nicht zuletzt, um seine durch «La Pelle» vor den Kopf gestossenen Landsleute zu besänftigen, schrieb er mit «Maledetti Toscani» 1956 eine Lobeshymne auf die Toscana und mit «Benedetti Italiani» – posthum 1961 erschienen – eine Apologie auf «den Italiener», diesen letzten «homo naturalis», dem jede Heuchelei fremd ist und der der Welt naiv-barbarisch, aber voller Gefühl und Aufgeschlossenheit für das Ästhetische gegenübertritt.
Die überraschenden Frontenwechsel, die Malapartes Biographie vor 1939 prägten, hörten auch später nicht auf. So wurde er nach dem Krieg Kommunist und reiste auch nach China. Kurz vor seinem Tod am 19.Jul 1957 trat er jedoch in die katholische Kirche ein. Vererbte seine in den dreissiger Jahren auf Capri gebaute legendäre Villa, die Casa Malaparte, aber dennoch der Volksrepublik China...