«Whatever happens, / I shall never be alone. / I shall always have a boy, / a railway fare, or a revolution.» Eine seiner frühen Bahnfahrten führten den am 28. Februar 1909 in London gebo-renen Journalistensohn Stephen Spender in das Nobelinternat Gresham’s School in Norfolk, wo es für sein Empfinden schon fast zu viele Boys gab und wo der eher introvertierte Junge erstmals hätte erkennen können, dass er für die Revolution nicht geschaffen war. Einer seiner Kollegen war W.H.Auden, von dem er lernen konnte, nicht mit den Fäusten, sondern mit Gedichten Widerstand zu leisten. Dennoch wurde er Kommu-nist, worin er nach abgebrochenem Studium bei einem Aufent-halt in Deutschland nur bestärkt wurde, und in seinen frühen Gedichten besang er nicht nur den ausgebeuteten Arbeiter, sondern in Flugzeugen und Hochspannungsmasten auch die moderne Technik, die das Zeitalter der Freiheit und Brüderlich-keit ermöglichen würde. In diesen Jahren verkehrte er mit Chri-stopher Isherwood, Tony Hyndman und anderen Exponenten der homosexuellen Szene, distanzierte sich aber 1941, nach der Heirat mit der Konzertpianistin Natasha Litvin, mit Nach-druck davon, änderte den Vers «I Shall always have a boy» in der endgültigen Ausgabe in «I shall always have an affair» und gewann noch 1994, ein Jahr vor seinem Tod am 1.Juli 1995, einen Prozess gegen David Leavitt, der seine Liaison mit Tony Hyndman in einem Roman thematisiert hatte. Schon 1939, in «The Still Centre», wo sein Engagement in der Internationalen Brigade im Spanischen Bürgerkrieg lyrisch umgesetzt ist, sagte sich Spender auch vom Kommunismus los und fand fürderhin seine Themen eher im persönlichen und metaphysischen Be-reich und in der Trauer um die Vergänglichkeit und um den Verlust ihm nahestehender Menschen. So 1945 in der erschüt-ternden «Elegy for Margret» («Poor girl, inhabitant of a strange land...») oder 1973  in «Auden’s Funeral», dem Totengesang auf W.H. Auden, mit dem zusammen er zu den wichtigsten englischen Lyrikern seiner Generation gehört hat.