Am 26.Januar 1906 kam es im Dubliner «Abbey Theatre» zum Skandal. «The Playboy of the Western World» hiess die Novität aus der Feder des Theaterleiters John Millington Synge, und weil darin das Wort «Damenhose» vorkam und überhaupt «ganz Irland in den Schmutz gezogen» wurde, rotteten sich die Nationalisten zusammen und konnte die Premiere nur unter starkem Polizeischutz stattfinden.
Ursprünglich zum Musiker bestimmt, hatte Synge sich nach einem Deutschlandaufenthalt der Literatur zugewandt. Auf den Rat von W.B.Yeats ging er 1898 auf die vor der irischen West-küste gelegenen Aran-Inseln und nahm da eine Atmosphäre und eine Sprache in sich auf, die in ihren Bildern, ihrem Wort-schatz und ihrem Rhythmus stark vom Gälischen geprägt war. Diese «westliche Welt» war es dann, die die Stücke evozierten, die er ab 1903 am «Abbey» aufführte: «In the Shadow of the Glen», «Riders to the Sea» und eben die dunkel-derbe Komö-die «The Playboy of the Western World», deren Welterfolg Synge, der am 24.März 1909 38jährig starb, nicht mehr erlebte.
Im Pub von Mayo erzählt Christy Mahon, wie er seinen Vater erschlagen hat, der ihn zur Heirat mit der zwei Zentner schweren Amme hatte zwingen wollen. Als er dafür nicht verurteilt, sondern bewundert und vom Wirt als Schankjunge angestellt wird, entwickelt sich Christy allmählich zu jenem Helden, den die Kneipengänger in ihm sehen wollen, und erlangt auch die Gunst der hübschen Wirtstochter Pegeen. Eines Tages aber taucht der totgeglaubte Vater wieder auf, kann jedoch dem Ansehen des Sohnes, das sich inzwischen auch im sportlichen Wettkampf bestätigt hat, nicht mehr schaden. Bis Christy ein zweitesmal auf ihn einschlägt und die Dörfler den Mörder lynchen wollen. Aber wieder überlebt der Vater die Attacke, und geläutert ziehen Vater und Sohn als Vagabunden und Geschichtenerzähler von dannen, um viel-leicht auch anderswo mit der Sehnsucht der Menschen nach Helden ihren makaberen Spass zu treiben.