Er war Ende der 1920er Jahre, als nach dem militärisch «beendeten» Generalstreik von 1918 eine ganze Reihe von Schweizer Städten «rot» geworden waren, ein begeistert gefeierter Genosse, der am 4.August 1890 in Magdeburg geborene Kampf- und Arbeiterdichter Erich Weinert. Auch im Frühling 1933 war er auf Schweizer Tournee, als in Deutschland Hitler an die Macht kam und an eine Rückkehr nicht mehr zu denken war. Darum bat er um Asyl und entdeckte jetzt mit einemmal, dass das, was er bisher getan hatte, auch in der Schweiz staatsgefährdend war. In der Antwort des Bundesanwalts hiess es nämlich, «mit Rücksicht auf seine zahlreichen Vorträge in der Schweiz, die sich zu kommunistischen Kundgebungen gestalteten»,   könne ihm «nur bis 15.Juni 1933 Aufenthalt gewährt werden.»
Als Jakob Bührer und sogar der Schriftstellerverein seinen Antrag auf Fristverlängerung unterstützten, legte er dem Brief einen Artikel der «BZ am Mittag» bei, wo es hiess, er habe «die Form der politischen Gebrauchslyrik zu einer in der neueren Literaturgeschichte beispiellosen Massenwirksamkeit» entwickelt – und stiess natürlich auf Granit. Er ging nach Frankreich, dann nach Moskau, war 1936-39 in Spanien Mitglied der Internationalen Brigaden – deren Kampflied er dichtete – , arbeitete dann im Krieg in Russland für die Gegenpropaganda und las an der Front über Lautsprecher den deutschen Truppen seine Gedichte vor.
Schwer tuberkulosekrank nach Berlin zurückgekehrt, wurde er 1947 vom «Schweizerisch-Deutschen Hilfskomittee Davos» als erster jener «Tuberkulosekranken, die sich im Kampfe gegen das Naziregime bewährt haben», in ein Sanatorium eingeladen. Als er am 20.März 1953 in Berlin seiner Krankheit erlag, war er von der DDR mit hohen Ämtern und dem zweimaligen Nationalpreis vereinnahmt worden und hatte jenen Biss längst verloren, der ihn als jungen Dichter auch in der Schweiz als staatsgefährdend hatte erscheinen lassen.