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© Der Bund; 28.04.2011; Seite 30
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Der kleine Bund
Pestalozzi-Kalender, reloaded
Nach 103 Jahren schien ein Stück Schweizer Kulturgeschichte am Ende. Jetzt wird die von Generationen geschätzte Pestalozzi-Schüleragenda in ihrem ursprünglichen Format neu lanciert.
Alexander Sury
Das Buch liegt gut in der Hand, der rote Leinenband im Format 10,5 14,5 cm wirkt ebenso edel wie strapazierfähig, der obligate Caran-d’Ache-Bleistift animiert zu Notizen und Kritzeleien. Und auch der Themenmix ist ansprechend: eine Reportage aus Teheran, ein Interview mit einer muslimischen Schülerin, ein Tag im Leben einer Radio-Moderatorin oder die Geschichte des Concorde-Überschallflugzeugs. Neben Bastelanleitungen, Karten- und Zaubertricks, mathematischen Formeln und wichtigen Adressen darf ein Bundesratsfoto nicht fehlen, ergänzt durch eine kompakte Lektion Staatskunde («Wer regiert die Schweiz?») und ein Interview mit Bundesrätin Sommaruga – sie verrät, wie viel Sackgeld sie als Kind bekam.
Im Vorwort werden die Schülerinnen und Schüler mit den Worten begrüsst: «Es ist ein ganz besonderes Buch, das du da in der Hand hältst! Es hat eine über 100-jährige Geschichte.» Der Anfang dieser Geschichte klang so: «Wir wollen der Schweizerjugend ein Buch verschaffen, welches sie in ihren Schularbeiten unterstützt, ihr Wissen erweitert und ihr Verlangen nach Liebhabereien und Spielen befriedigt.» In der Einleitung zur ersten Ausgabe von «Kaisers neuem Schweizer Schülerkalender 1908» – der Name Pestalozzi-Kalender bürgerte sich erst ein, nachdem das Pestalozzi-Denkmal in Yverdon den Umschlag der ersten Ausgabe geziert hatte – wurde mit patriotischem Eifer das pädagogische Ziel des Unternehmens verkündet: «dem Vaterlande eine gesunde, tüchtige und fröhliche Generation zu erziehen».
Charles Linsmayers Verdienst
Der Begründer des Kalenders, der Juniorchef des Berner Warenhauses Kaiser, war sich seiner Sache anfänglich offenbar nicht so sicher. Den handlichen Taschenkalender mit Kalendarium, Bastelanleitungen, Rätsel, Spielen und zwei abwaschbaren Schiefertafeln liess Bruno Kaiser zuerst probehalber in Zürcher Schulhäusern verteilen. Aber bereits 1912 betrug die Auflage 50 000 Exemplare, es folgten Ausgaben in der Westschweiz und im Tessin, gesonderte Kalender für Knaben und Mädchen sowie Ableger in Argentinien und in diversen europäischen Ländern – darunter auch ein von der NS-Ideologie geprägter Kalender im Dritten Reich. An den legendären Zeichnungswettbewerben nahmen auch spätere Berühmtheiten teil; 1934 gewann Friedrich Dürrenmatt mit der Zeichnung «Die Schweizer Schlacht» den Hauptpreis: eine Zenith-Uhr.
2008 hatte der langjährige «Bund»-Kulturredaktor Charles Linsmayer in der Universitätsbibliothek Bern eine Ausstellung zum 100-Jahr-Jubiläum des Pestalozzi-Kalenders eingerichtet. Damals schien der Fortbestand der Schüleragenda nicht akut gefährdet. Umso erstaunter reagierte Linsmayer, als er wenig später erfuhr, dass die von Pro Juventute vertriebene Ausgabe für 2010 die letzte sein sollte. «Ich konnte den angekündigten Tod nicht akzeptieren», sagt Linsmayer, «immerhin hatte ich über die Ausstellung eine enge Beziehung zum Kalender entwickelt.» Und er schaffte, was kaum jemand mehr für möglich gehalten hatte: die Neulancierung des Kalenders im Berner Stämpfli-Verlag. Manfred Hiefner von Stämpfli betont denn auch, dass der Kalender «im alten Gewand und mit vielen neuen Ideen in die Heimatstadt» zurückgekehrt sei.
Der Politologiestudent Paul Linsmayer, die Primarlehrerin Andrea Bertolini, die Radio-24-Moderatorin Elena Bernasconi sowie der Slam-Poet und Grafiker Patrick Savolainen, der auch für das elegante, wohltuend unaufdringliche Layout verantwortlich zeichnet, bilden das junge Redaktionsquartett. Unterstützt wurde das Projekt finanziell unter anderen von den Kantonen Bern und Zürich sowie diversen Stiftungen und Privatpersonen.
Zurück zum «Urkalender»
Herausgeber Charles Linsmayer und die Redaktion waren sich rasch einig: Die formalen Experimente in den 80er- und 90er-Jahren wollte man nicht fortführen. Die Devise lautete vielmehr: zurück zum «Urkalender». Das Kalendarium, abgestimmt auf den Beginn des Schuljahres und daher am 1. August beginnend, ist in vier Grundfarben gehalten und lässt viel Platz für Notizen und Zeichnungen. «Wir bevorzugten eine einfache, aber ansprechende Gestaltung ohne Anbiederung an Jugendliche durch modische Spielereien», sagt Patrick Savolainen. Diesen Anspruch löst der Pestalozzi-Kalender 2011/12 überzeugend ein. Als einen Beitrag zur Leseförderung sieht Linsmayer den Kalender: «Wir wollen der elektronischen Kultur ein schönes Buch entgegensetzen, das auch ein haptisches Erlebnis ist.»
Mit dem Pestalozzi-Kalender scheint Charles Linsmayer eine fast schicksalhafte Verbindung zu unterhalten. Vor 21 Jahren war er an einem regnerischen Tag in Zürich zufällig an einer Mülltone vorbeigekommen und rettete Pestalozzi-Kalender, die von den damaligen Herausgebern kurzerhand entsorgt worden waren – darunter auch Ausgaben der allerersten Schüleragenda 1908. Das drohende Ende des Pestalozzi-Kalenders hat Linsmayer dank seinem bewundernswerten Einsatz hoffentlich auf lange Zeit hinaus abgewendet.
Der Kalender kostet Fr. 15.80 und ist in Buchhandlungen, Papeterien und beim Stämpfli-Verlag erhältlich.
© Die Südostschweiz; 28.04.2011; Seite 26
Ausgabe Graubünden Kultur
Neue «Pestalozzi-Schüleragenda» erscheint in alter Gestalt
Kaum eingestellt, gibt die «Pestalozzi-Schüleragenda» ihr Comeback. Herausgegeben wird die neue Ausgabe von Charles Linsmayer.
Bern. – Generationen von Schweizern sind mit dem «Pestalozzi-Kalender» aufgewachsen. Nachdem diese Schüleragenda seit den Achtzigerjahren an Bedeutung verloren hatte und letztes Jahr hätte eingestellt werden sollen, wird sie nun wiedergeboren.
Nach fruchtlosen Versuchen mit frischen Formaten ist die neue Gestalt wieder die alte: im Taschenformat, mit schlichtem, strapazierfähigem Cover, nützlichen Informationen, Reportagen, Tricks und Basteleien. Auch der im Jahr 1984 letztmals durchgeführte Zeichnungswettbewerb, zu dessen Gewinnern etwa auch der Schriftsteller und Dramatiker Friedrich Dürrenmatt sowie der Grafiker Celestino Piatti gehörten, wird wieder aufgenommen.
Agenda im Smartphone-Zeitalter
Der selber ausfüllbaren Agenda schliesst sich ein redaktioneller Teil an – unter anderem mit einer Bastelanleitung für eine Discokugel und einer Reportage aus dem Nahen Osten – und danach ein praktischer Abschnitt mit mathematischen Formeln, römischen Zahlen und Morse-Alphabet. Dass auch im Zeitalter der Smartphones noch Bedarf nach einem papierenen Aufgabenbüchlein mit Lehr- und Unterhaltungspotenzial besteht, bestätigte an der Vernissage gestern in der Pädagogischen Hochschule Bern eine Schulklasse: Von den etwa 20 anwesenden Schülern zwischen zehn und zwölf Jahren plant nur einer seine Termine in elektronischer Form.
Herausgeber des neu «Pestalozzi-Schüleragenda» genannten Büchleins ist der Zürcher Literaturwissenschaftler und Publizist Charles Linsmayer, der 2008 die Berner Ausstellung «100 Jahre Pestalozzi-Kalender» kuratiert hatte. Als er gehört habe, die Ausgabe 2010 sei die letzte, habe er sich gesagt, «das darf nicht sein», erklärte er an der Vernissage.
Junges Redaktionsteam
Das Redaktionsteam besteht aus vier jungen Leuten, alle mehrfach begabt: Der Kunststudent und Slam-Poet Patrick Savolainen etwa sorgt für Illustrationen und Layout und gibt eine Anleitung, wie man Spoken-Word-Texte verfasst. Die Lehrerin Andrea Bertolini steuert unter anderem Zaubertricks und eine kurze Geschichte der Olympischen Spiele bei.
Die Radio-24-Moderatorin Elena Bernasconi schildert einen ihrer Arbeitstage. Und der Politologie-Student und Flughafen-Mitarbeiter Paul Linsmayer interviewt Bundesrätin Simonetta Sommaruga und schildert die Geschichte des Wunderfliegers Concorde.
Die Idee für den Schülerkalender stammte von Bruno Kaiser, dem damaligen Juniorchef des gleichnamigen Berner Warenhauses. Die Erst ausgabe hiess noch «Kaisers Neuer Schweizer Schülerkalender 1908» und wurde zur Probe gratis auf Zürcher Schulhöfen verteilt. Doch schon im Jahr darauf betrug die Auflage 16 000, und der Kalender erhielt wegen dem auf dem Umschlag abgebildeten Johann Heinrich Pestalozzi seinen bis heute gebräuchlichen Namen. 1912 betrug die Auflage schon über 50 000. Es folgte eine Expansion in die Westschweiz, ins Tessin und schliesslich ins Ausland. Dänische, holländische, belgische und argen tinische Ausgaben erschienen. In Deutschland wurde in den Dreissigerjahren sogar eine Hakenkreuz-Variante mit dem Namen «Kalender für die deutsche Jugend» produziert. Seit den Siebzigerjahren gibt es nur noch den Deutschschweizer «Pestalozzi-Kalender». (sda)
«Pestalozzi-Schüleragenda» 2011/12, Stämpfli-Verlag, 320 Seiten, 15.80 Franken.
© Berner Zeitung; 28.04.2011; Seite 5
Berner Zeitung BZ stadt bern
Eine Schüleragenda, die schon die Urgrosseltern benützten
Pestalozzi-KalenderDer über 100 Jahre alte Pestalozzi-Kalender war dem Untergang geweiht. Nun gibt es das Original mit Leineneinband und Caran-d’Ache-Bleistift wieder zu kaufen.
«Schon deine Urgrosseltern hätten so eine Schüleragenda benützen können», heisst es im Vorwort zum Pestalozzi-Kalender. Man glaubts sofort. Die 320-seitige Agenda ist zwar fürs neue Schuljahr 2011/12 bestimmt. Doch sie ist in Leinen gebunden und hat eine Schlaufe, in der ein Caran-d’Ache-Bleistift steckt. So sah auch der Schülerkalender aus, den Bruno Kaiser vor 103 Jahren erstmals in der Papeterieabteilung des Berner Warenhauses Kaiser an der Marktgasse verkaufte.
Agenda, Lexikon, Anleitung
Zwar hiess die Agenda damals «Kaisers neuer Schweizer Schülerkalender». Doch weil auf dem Umschlag das Pestalozzi-Denkmal von Yverdon abgebildet war, hiess das Büchlein bei den Kindern schnell der Pestalozzi-Kalender. In den 30er- bis 50er-Jahren gingen jedes Jahr 100 000 Agenden über den Ladentisch. Doch in den letzten 20 Jahren steckte das Büchlein ständig in der Krise. Letztes Jahr war die endgültig letzte Ausgabe geplant.
Aber der Zürcher Literaturkritiker und Schriftsteller Charles Linsmayer wollte den Kalender, der mehreren Generationen von Schulkindern ein Begriff war, nicht sterben lassen. Er stellte ein junges vierköpfiges Redaktionsteam zusammen und bringt nun die neue Pestalozzi-Schüleragenda heraus.
Begeistert waren die Kinder damals vor allem von der Mischung aus Techniklexikon und Bastelanleitung, welche das Büchlein neben der Agenda bot, und vom Zeichnungswettbewerb.
Wie früher enthält auch der neue Pestalozzi-Kalender Traditionelles wie das Morsealphabet, wichtige Mathematikformeln oder den Trick, wie man aus einer Uhr einen Kompass macht. Dazu gibt es Neues: etwa eine Anleitung, wie man selber Slam-Poetry verfassen kann, oder Tipps für die sichere Internetnutzung.
Auch den vor 27 Jahren abgeschafften Zeichnungswettbewerb gibt es in der neuen Ausgabe wieder. Der Preis für die jeweils zehn besten Arbeiten der drei Alterskategorien ist der gleiche wie früher: eine spezielle Pestalozzi-Uhr. Es soll ehemalige Wettbewerbsgewinner geben, die ihre Pestalozzi-Uhr seit Jahrzehnten mit Stolz hüten.
Papier statt iPod
Ob die leinengebundene Agenda bei heutigen Schulkindern Anklang findet, ist sich Herausgeber Charles Linsmayer noch nicht ganz sicher. Vorsichtig hat der Berner Stämpfli-Verlag erst einmal 3000 Exemplare gedruckt. Erhältlich sind die Agenden für 15.80 Franken in Buchhandlungen. Eine Umfrage bei einer Klasse von Zwölfjährigen hat gestern gezeigt: Auch im Digitalzeitalter schreiben alle ihre Aufgaben und Proben immer noch in eine Agenda aus Papier – ausser einem Schüler. Er speichere seine Termine auf seinem iPod, erklärte er. Das Problem sei nur, fügte er hinzu, dass iPods in der Schulstunde nicht erlaubt seien.
Esther Diener-Morscher
Der Pestalozzi-Kalender ist wieder da. Die legendäre Schüleragendakommt aufs Schuljahr 2011/12 wieder in den Verkauf.Esther Diener-Morscher
© Aargauer Zeitung / MLZ; 28.04.2011; Seite 1
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Mantel MZ Kultur
Das Format wieder wie einst – inklusive Bleistift
Pestalozzi-Kalender Der neue ist wie der alte: Seit gestern ist der Kalender 2011/12 erhältlich.
«Pestalozzi-Kalender» – das Stichwort reicht, um Bilder wachzurufen. Denn Generationen haben seit 1908 darin gelesen und Dinge notiert, Bastelanleitungen umgesetzt oder am Zeichenwettbewerb teilgenommen. Bis vor 20 Jahren das alte Konzept über Bord geworfen wurde. Mit einem Comic-Flair wurde versucht, neue Leser zu gewinnen.
Mit der Ausgabe 2011 dieses beliebten Schülerkalenders ist das Team um Herausgeber Charles Linsmayer nun wieder seinen Anfängen zurückgekehrt. Das heisst: ursprüngliches Format mit angestecktem Bleistift, leinengebunden mit Aufdruck, gelayoutet und getextet – das allerdings ist völlig neu! – von einer ganz jungen Redaktion.
Das Wissen der Bundesrätin
Was sie ihrer Jungleserschaft ein Jahr lang mit auf den Weg gibt? Wissenswertes über die Concorde oder Friedrich Glauser zum Beispiel oder über die fünf Weltreligionen, römische Zahlen bis hin zum Morse-Alphabet. Tipps und Tricks lockern diesen Info-Teil auf. Kinder lernen Zaubertricks oder ein Gesicht zu zeichnen und können – hier wurde Altes neu aufgelegt! – wieder an einem Zeichenwettbewerb teilnehmen.
Menschliches verraten die «Sieben Fragen an...» Seit gestern wissen wir: Dass Bundesrätin Simonetta Sommaruga als Kind 3 Franken Sackgeld erhielt, ob ihr regieren Spass macht (nicht unbedingt, aber es kann beflügeln) oder ob Frauen die besseren Politiker sind – aber auch: Dass sie als Kind fast nichts über den Bundesrat wusste. «Ich wusste im katholischen Freiamt (AG) mehr über den Papst.» (gu.)
Pestalozzi-Schüleragenda 2011/12. Stämpfli, Bern 2011. 320 S., Fr. 15.80.
Das unverwechselbare Layout. HO
© www.sf.tv; 27.04.2011
Kultur
Relaunch der Pestalozzi-Schüleragenda
sda/hurg
Generationen von Schweizern - auch Friedrich Dürrenmatt - sind mit dem «Pestalozzi-Kalender» aufgewachsen. Nachdem diese Schüleragenda seit den 1980er Jahren an Bedeutung verloren hatte und letztes Jahr hätte eingestellt werden sollen, wird sie nun wiedergeboren.
Nach fruchtlosen Versuchen mit frischen Formaten ist die neue Gestalt wieder die alte: im Taschenformat, mit schlichtem, strapazierfähigem Cover, nützlichen Informationen, Reportagen,Tricks und Basteleien.
Auch der 1984 letztmals durchgeführte Zeichnungswettbewerb, zu dessen Gewinnern etwa auch Friedrich Dürrenmatt und Celestino Piatti gehörten, wird wieder aufgenommen.
Der selber ausfüllbaren Agenda schliesst sich ein redaktioneller Teil an - unter anderem mit einer Bastelanleitung für eine Disco-Kugel und einer Reportage aus dem Nahen Osten - und danach ein praktischer Abschnitt mit mathematischen Formeln, römischen Zahlen und Morse-Alphabet.
Agenda im elektronischen Zeitalter
Dass auch im Zeitalter der Smartphones noch Bedarf nach einem papierenen Aufgabenbüchlein mit Lehr- und Unterhaltungspotenzial besteht, bestätigte an der Vernissage vom Mittwoch in der Pädagogischen Hochschule Bern eine Schulklasse: Von den etwa 20 anwesenden Schülern zwischen 10 und 12 Jahren plant nur einer seine Termine in elektronischer Form.
Herausgeber des neu «Pestalozzi-Schüleragenda» genannten Büchleins ist der Zürcher Literaturwissenschaftler und Publizist Charles Linsmayer, der 2008 die Berner Ausstellung «100 Jahre Pestalozzi-Kalender» kuratiert hatte.
Als er gehört habe, die Ausgabe 2010 sei die letzte, habe er sich gesagt, «das darf nicht sein», erklärte er an der Vernissage.
Pulsnehmer des Zeitgeists
Das Redaktionsteam besteht aus vier jungen Leuten, alle mehrfach begabt: Der Kunststudent und Slam-Poet Patrick Savolainen etwa sorgt für Illustrationen und Layout und gibt eine Anleitung, wie man Spoken-Word-Texte verfasst.
Die Lehrerin Andrea Bertolini steuert unter anderem Zaubertricks und eine kurze Geschichte der Olympischen Spiele bei.
Die Radio24-Moderatorin Elena Bernasconi schildert einen ihrer Arbeitstage. Und der Politologie-Student und Flughafen-Mitarbeiter Paul Linsmayer interviewt Simonetta Sommaruga und schildert die Geschichte des Wunderfliegers Concorde.
Einst weltweit verbreitet
Die Idee für den Schülerkalender stammte von Bruno Kaiser, dem damaligen Juniorchef des gleichnamigen Berner Warenhauses.
Die Erstausgabe hiess noch «Kaisers Neuer Schweizer Schülerkalender 1908» und wurde zur Probe gratis auf Zürcher Schulhöfen verteilt.
Doch schon im Jahr darauf betrug die Auflage 16'000 und der Kalender erhielt wegen dem auf dem Umschlag abgebildete Johann Heinrich Pestalozzi seinen bis heute gebräuchlichen Namen. 1912 betrug die Auflage schon über 50'000.
Hakenkreuz-Variante im Dritten Reich
Es folgte eine Expansion in die Westschweiz, ins Tessin und schliesslich ins Ausland. Dänische, holländische, belgische und argentinische Ausgaben erschienen.
In Deutschland wurde in den 1930er Jahren sogar eine Hakenkreuz-Variante «Kalender für die deutsche Jugend» produziert.
Seit den 70er Jahren gibt es nur noch den Deutschschweizer Pestalozzi-Kalender.
© 20 Minuten; 27.04.2011; Seite 8zh
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Zürich, Basel, Bern, Luzern, St.Gallen Schweiz
Pestalozzi-Agenda
Die Pestalozzi-Schüleragenda kommt dieses Jahr im neuen alten Gewand daher: Nach 20 Jahren ist sie wieder im ursprünglichen Format, farbig eingebunden und mit Bleistift erhältlich. Seit 1908 gibt es den Schüler-Kalender mit Extras wie etwa Bastelanleitungen. Die Agenda ist ab 27. April am Kiosk oder in Buchhandlungen erhältlich.

Die Pestalozzi-Schüleragenda 2011/12 erscheint in leuchtendem Rot.
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